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Arabeske und der Schmerz

Dokumentarfilm / 2007 / 45 Min.

Foto: Mehmet Uyargil

Das Motto der Musikrichtung Arabeske ist das Leiden. In einem der bekanntesten Lieder des Genres, komponiert von Orhan Genebay, heißt es: „Ich bin schmerzsüchtig geworden“.

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Dieser Text eines millionenfach gehörten Hits von Ümit Besen ist nicht als Witz, sondern ernst gemeint. In fast allen Songs der Arabeske geht es um unerfüllte Liebe, die unüberwindbare Sorgen des Alltags und immer wieder das Leiden.

Die Musikrichtung entsteht in den 1970ern. Zur selben Zeit als, aufgrund von Massenmigration aus den ländlichen Regionen Slums am Rand der Großstädte auftauchen. Arabeske spricht diesen entwurzelten Menschen nicht nur emotional, sondern auch musikalisch aus der Seele. Sie ist eine Mischung aus traditionellen türkischen und arabischen Elementen gepaart mit dem Klang der Großstadt. Anfänglich wird die Arabeske von Akademikern, Kritikern sowie Programmgestaltern in Radio und Fernsehen als eine „unreine“ und dekadente Musikart, unwürdig der Kultur und Musik der Türkei betrachtet. Das bewirkt aber nur ihre weiteren Verbreitung.

Ferdi Tayfur, einer der bekanntesten und beliebtesten Arabeske-Interpreten, spottet über Intellektuelle: „Heimlich hören sie unsere Lieder wenn sie gekifft haben“. Damit hat er nicht ganz Unrecht. Ab Mitte der 1980er Jahre findet die umstrittene Musikrichtung ihren Weg in den Mainstream. Selbst in einigen Songs der Pop Sängerin Sezen Aksu sind ihre Einflüsse spürbar.

Bis auf Gencebay, den unumstrittenen König der Arabeske, kommen so gut wie alle anderen Arabeske Künstler der Türkei in diesem Film zu Wort: Ferdi Tayfur, Hakkı Bulut, Ümit Besen, Kibariye, Emrah usw. Orhan Gencebay, der mit dem Regisseur Nedim Hazar befreundet ist, lehnte ein Interview aus privaten Gründen ab. Die Honorarvorstellung von Müslim Gürses für ein Gespräch, sprengt die finanziellen Rahmen dieses Projekts, aber seine Fans sind zu sehen. Das sind Menschen, die bei Konzerten ihres Idols, die eigenen Arme und Handgelenke mit Rasierklingen zerschneiden - wahrscheinlich ein Unikum weltweit.

Gedreht in Istanbul, Gaziantep, Urfa und Edirne, kommen auch jüngere Interpreten des Genres, Arabeske-Rock und a Capella-Arabeske in diesem Film vor.

Hier nur auf Türkisch zu sehen, sollte dieser Film ursprünglich ein Teil der NTV-Serie „Unsere Hintergrundmusik“ werden, hat jedoch seine eigene Dynamik entwickelt. Vor seiner Fernsehaustrahlung wurde er 2007 beim Istanbuler Filmfestival uraufgeführt.

Film starten
Buch & Regie

Nedim Hazar

Kamera

Bahattin Demir

Produktion

NTV

Berater

Naim Dilmener,
Serkan Seymen,
Can Kozanoğlu,
Ömer Özgüner

Ausstrahlung

NTV Türkei

Festivals

Istanbul Film Festival

Gallerie

Fotos: Mehmet Uyargil


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