Nedim Hazar Filmemacher, Musiker,
Autor, Entertainer  

Nedim Hazar

Ich bin Filmemacher, Musiker und Autor. Auf diesen Seiten stelle ich meine Filme, Musik und einige meiner Geschichten vor. (*)

Ich bin in Ankara geboren, wuchs in Sydney auf und lebe seit 1980 in Deutschland.

Ich begann mein Berufslaufbahn als Schauspieler in Recklinghausen, später musizierte ich in einer Kölner Rockband und moderierte Musiksendungen im Radio. Seit Mitte der 90er widmete ich mich dem Filmemachen und Drehbuchschreiben.

2003 ginge ich nach Istanbul, wo ich zehn Jahre lang für das türkische Fernsehen arbeitete und Dutzende von Dokus zur Primetime drehte, welche breites Medien-Echo, hohe Ratings sowie Preise erzielten. Nach dem ich 2013 aus politischen Gründen vom Sender entlassen wurde, habe ich zwei lange Dokumentarfilme selbst produziert. Der erster lief im Kino in Istanbul und in Festivals in New York, Südafrika und Deutschland, bekam einen Preis. Der zweiter lief in 12 deutsche Programmkinos – aber nicht nicht der Türkei.

Seit 2018 lebe und arbeite ich wieder in Deutschland.

(*) Diese Website ist in der Aufbauphase. (Stand: November 2019)

Filme

Ich bin Dokumentarfilmemacher. Meine Schwerpunkte sind Minderheiten, Alltagsschicksäle und die Musik. Einige meiner Filme sind preisgekrönt.

Die Auswahl unten besteht aus meiner Arbeit zwischen 2001 – 2017. Sind sie sind maßgeblich Filme, Doku- und Soapserien und FS-Programme, die in der Türkei entstanden sind und in der ich als Autor, Regisseur und/oder Produzent mitgewirkt habe.

Einige Filme/Trailer haben deutsche bzw. englische Untertiteln oder Voice-Overs. Auf allen Filmseiten gibt es ausführliche Informationen zum jeweiligen Projekt auf Deutsch. 

Tigris Rebellen
90 Min. Doku
Info + Trailer
Unsere Inseln
82 Min. Musik-Doku
Info + Film
Arabesk und Schmerz
45 Min. Musik-Doku
Info + Film
Welthungerhilfe
Kurzfilme / Advertorials
Info + Videos
Sarkis und ein Klavier
49 Min. Doku
Info + Film
Das Tal
7-teilige Doku
Info + Trailer + Filme
Die Frauen der Insel
7-teilige Soap/Doku
Info + Filme
Eine Reise mit Mercan Dede
Musikerporträt 45 Min.
Info + Film
Türk-Telekom
20 Min. Advertorial
Info + Film
Burgazada - Nah und Fern
60 Min. Doku
Info + Film
Zuflucht am Bosporus
82 Min. Doku
Info + Film
Die Türkei in Bewegung
6-teilige Doku
Info + Filme
Kuschtepe Blues
45 Min. Doku
Info + Film
Wahlen - Rednerpult
Fernsehformat
Info + Beispiele
Burhan Öcal / Heimreise
Musikerporträt 30 Min.
Info + Film
Özcan Deniz Ungeschminkt
Musikerporträt 72 Min.
Info + Film

Geschichten

Geschichtenerzählen ist einer meiner Leidenschaften und ich schreibe Drehbücher. Ende der 90er wurden zwei meiner Projekte durch die Filmstiftung NRW gefördert.

Neuerdings -oder wieder mal- erzähle ich Geschichten auf der Bühne (siehe „Die Mampen“).

Zusammen mit dem kürzlich verstorbenen legendären Schauspieler Tuncel Kurtiz entwickelte und produzierte ich 2010 die 6-teilige Fernsehreihe „Tuncel und seine Freunde“, in der Tuncel und seine Schauspielerkolleg*innen in einer traumhaften Kulisse ihre eigene Geschichten erzählten. Die Serie erreichte höchste Einschaltsquoten.

Zusammen mit dem türkischen Schauspieler Erdal Özyağcılar entwickelte ich 2014 die 20 x 90 Min. Primetime-Serie „Sevdaluk“, in der ich als Hauptautor mitwirkte. Bei den Recherchen für die populäre Unterhaltungsserie, in der die Natur eine wichtige Rolle spielte, unterhielten wir uns auch mit dem Grünen-MdB Cem Özdemir.


Radio

Ich bin fanatischer Radio-Fan und Macher.  In den 90ern war ich hauptberuflich als Moderator, Autor und Produzent in verschiedenen Sendern des WDR tätig.

Neuerdings arbeite ich als Autor für Deutschlandfunk.

Aktuelle Sendung

Musik

Die Mampen

So heißt die 2019 entstandene Formation, in der ich mitspiele - frei genannt nach einer Redewendung der Berliner 30er Jahre. Das aktuelle Programm der Mampen, "Lieder und Geschichten im Transit", wurde von der Kölner Stadt-Anzeiger mit dem Prädikat "besonders wertvoll" bezeichnet.

Bild rechts (oder oben):
Konzert in Nürnberg 2019,  in dem mein Sohn Eko Fresh bei den Mampen gastierte.  

Die Mampen -Website

Yarinistan

In den 80ern spielte ich in einer Band Namens Yarinistan. Wir veröffentlichten vier Alben, bekamen den Preis der deutschen Schallplattenkritik, Charts-Platzierungen in den Listen des SWR, in Kanada und England und bespielten über 200 Konzerte Deutschlandweit, die damalige DDR eingeschlossen.  (*)

(*) Eine Seite mit Musikstücken, Videos von und Infos über Yarinistan wird demnächst auf dieser Website veröffentlicht.

Stationen

01

Ankara 1960

Meine Mutter gehört zum Schapsugen Stamm der Tscherkessen aus Kaukasien. 1864 mussten ihre Vorfahren Russland verlassen und kamen zur Schwarzmeerküste der heutigen Türkei. Dort landeten auch die Eltern von meinem Vater, die in Prosotsani in Griechenland lebten und 1924 ebenfalls auswandern mussten. Mein Großvater war Bürgermeister von Bafra und später Parlamentsabgeordnete.

Die Liebe zwischen meine Eltern kam nicht gut an bei ihren Familien. Deshalb kam ich in Ankara zur Welt, besuchte dort die französische Kita und kannte schon 4-Jährig „Frère Jacques“ auswendig.

02

Sydney 1968

Die Liebe zwischen meine Eltern hielt nicht an. Meine Mutter wanderte aus nach Australien und nahm meine Schwester und mich mit – ein mutiger Schritt für Frauen damals.

In Sydney besuchte ich Auburn Primary School, wurde dort Dux (Schulbester) und durfte danach in die renommierte Fort Street High School. In der Zeit wurde ich John-Lennon-Fan und konnte „Lucy In The Sky With Diamonds“ auswendig.

Aufgrund pubertärer Eigenwilligkeit bin ich von Zuhause abgehauen und ließ mich nieder in Eden an der Südwestküste Australiens. Dort lebte ich bei einer christichen Aborigine-Familie und sang Gospels. Nach drei Monaten wurde ich aufgefunden und nach Istanbul geschickt, um die türkische Kultur und Sprache zu lernen.

03

Istanbul 1976

Ein Jahr nach meiner Ankunft in Istanbul starb mein Vater. Dort besuchte ich das angesehene Gymnasium „Kadıköy Maarif Koleji“. Der Unterricht war auf Englisch und ich lernte die Musik von Ruhi Su, der anatolische Lieder neu interpretierte. Später begann ich ein Schauspielstudium in Kadiköy, das ich bald abbrechen musste.

Da Schulen und Unis während der turbulenten 70er Jahre der Türkei politisch geprägt waren, entschied ich mich für eine linke Bewegung, die mir sympathischer vorkam als die grauen Wölfe, die aber beim Staat kein Anklang fand. Deshalb wurde ich mehrmals verhaftet. Einmal hieß es, ich habe mit einem Akkordeon Arbeiter zum Streiken provoziert. Ich verbrachte deshalb anderthalb Monate im Gefängnis. Nach 40 Jahren ist dieser Aktenvermerk immer nicht gelöscht - sogar eine Zeitung berichtete darüber.

04

Köln 1980

Weil es in Istanbul nicht mehr gemütlich war, wanderte ich aus nach Köln. Zwischen 1983 und 1986 war ich als Schauspieler bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen engagiert und spielte außerdem in verschiedenen Filmen als Türke mit, u.a. in „Yasemin“ von Hark Bohm. Er und Dario Fo, den ich live erlebte und kennenlernte, inspirierten mich. 1983 wurde ich Vater. Zwei weitere Kinder kamen später zur Welt.

1986 gründete ich zusammen mit Geo Schaller die Band „Yarinistan“ mit der ich bis 1993 unterwegs war zwischen London und Alma Ata. Alben, Preise, Charts-Platzierungen und über 20 Fernsehen-Auftritte folgten. Wir sangen Songs über heimliche Liebesabenteuer junge Migranten und Deutsche.

Ab 1993 war ich als Moderator und Autor für verschiedene RadioSendungen, ab 1997 Fernsehsendungen im WDR tätig. 1998 absolvierte ich eine Filmschule in Amsterdam.  2001 drehte ich mein Debütfilm "Zuflucht am Bosporus" für ZDF/3Sat.

05

Istanbul 2003

Aus Privatgründen wanderte ich nach Istanbul aus, die wieder gemütlich wurde und habe dort Musikfestivals organisiert und Dutzende Dokumentarfilme, Dokuserien und Soaps gedreht - zunächst frei, ab 2006 unterm Dach des damals angesehenen Privatsender NTV, die übrigens mit dem gleichnamigen deutschen Sender nicht liiert ist. Viele der Filme bekamen breite Resonanz in den Printmedien, Preise und hohe Einschaltquoten.

2010 heiratete ich wieder - eine deutsche Frau, die ich in Istanbul kennenlernte. Wir lebten auf den Prinzeninseln und schauten Sonntagabends „Tatort“, die wir über Satellit empfangen konnten.

Während der Gezi-Proteste am Taksim-Platz 2013, wurde ich zusammen mit vielen anderen NTV-Kolleg*innen vom Sender entlassen. Ich produzierte danach frei zwei lange Dokumentarfilme. Zuletzt wohnten wir in Mardin im kurdischen Gebiet und in Antakya.

06

Königswinter 2016

2018 wurde die Türkei wieder ungemütlich. Meine Frau wurde als Staatsfeind eingestuft und aus dem Land abgeschoben. Wir mussten Hab und Gut verkaufen und haben uns in der neuen Heimat Königswinter ansiedeln - nicht davor und nicht dahinter.

2019 gründete ich zusammen mit Alessandro Palmitessa und Klaus Mages die Formation „Die Mampen“ - with a little help from friends:

Kabarettisten Robert Griess, Fatih Cevikkollu, Regisseur Heinz Kloss und mein ältester Sohn Ekrem (Eko Fresh) unterstützten uns bei der Entstehung des Musikrevues „Lieder und Geschichten im Transit“.

Zusammenarbeit